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Familiengründung: Wenn das Kinderzimmer zur Kostenfrage wird

Ein Kind braucht Platz. Doch wer für die Familie eine größere Wohnung sucht, zahlt heute oft deutlich mehr als für die bisherige – oder bleibt in zu engen Verhältnissen.

Die Familiengründung fällt in Deutschland meist in die Lebensphase zwischen Ende 20 und Mitte 30 – genau dann, wenn viele Menschen noch zur Miete wohnen und kein großes Vermögen aufgebaut haben. Der Umzug in eine größere Wohnung bedeutet in angespannten Märkten einen Wechsel von einer günstigen Bestandsmiete zu einer teuren Angebotsmiete.

Die Folge: Viele Familien bleiben in zu kleinen Wohnungen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten 2025 insgesamt 11,7 Prozent der Bevölkerung in überbelegten Wohnungen. Besonders betroffen waren Haushalte mit zwei Erwachsenen und mindestens drei Kindern (32,1 Prozent) sowie Alleinerziehende (29,6 Prozent).

Anteil der Personen in überbelegten Wohnungen nach Haushaltstyp (2025)
Zwei Erwachsene, 3+ Kinder32,1 %Alleinerziehende29,6 %Alleinlebende12,6 %Gesamtbevölkerung11,7 %Zwei Erwachsene ohne Kinder3,3 %

Quelle: Destatis, EU-SILC 2025 (PM vom 11.05.2026)

Der Lock-in-Effekt

Fachleute sprechen von einem Lock-in-Effekt: Wer einen alten, günstigen Mietvertrag hat, zieht nicht um – auch wenn die Wohnung nicht mehr passt. Ältere Menschen bleiben in großen Wohnungen, junge Familien finden keine. Die Mietpreisbremse begrenzt zwar Sprünge bei der Wiedervermietung, gilt aber nicht für Neubauten und umfassend modernisierte Wohnungen.

Für viele junge Paare wird der Kinderwunsch so auch zur Wohnungsfrage. Eine Familie mit zwei Kindern, die von 60 auf 90 Quadratmeter wechselt, zahlt bei einer Angebotsmiete von 14,60 Euro je Quadratmeter rund 1.314 Euro kalt – im Vergleich zu oft deutlich niedrigeren Bestandsmieten.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Destatis: Themenseite Wohnen – Wohnkosten, Überbelastung, Überbelegung
  2. Bundesbauministerium: Wohngeld
  3. KfW: Förderprodukte für Bestandsimmobilien und Wohneigentum

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