Daten · Belastung
Mietbelastungsquote: Wie viel vom Einkommen bleibt?
Die Mietbelastungsquote setzt die Wohnkosten ins Verhältnis zum Einkommen. Sie ist die wichtigste Kennzahl dafür, ob Wohnen bezahlbar ist.
Die Mietbelastungsquote – oder allgemeiner: Wohnkostenbelastungsquote – gibt an, welcher Anteil des verfügbaren Haushaltseinkommens für das Wohnen aufgewendet wird. Je nach Statistik umfasst sie die Bruttokaltmiete, die Warmmiete oder alle Wohnkosten einschließlich Energie.
Als Faustregel gilt: Wohnkosten von mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens gelten als hohe Belastung. Nach der Definition von Eurostat und dem Statistischen Bundesamt ist ein Haushalt überbelastet, wenn er nach Abzug wohnungsbezogener Transferleistungen mehr als 40 Prozent seines verfügbaren Einkommens für Wohnkosten ausgibt.
Quelle: Destatis (EU-SILC 2024/2025), Deutscher Mieterbund (Mietenreport 2025) · Unterschiedliche Kennzahlen und Erhebungsjahre.
Warum der Anteil allein nicht reicht
Eine Quote von 30 Prozent bedeutet bei 4.000 Euro Nettoeinkommen etwas anderes als bei 1.200 Euro. Im ersten Fall bleiben 2.800 Euro, im zweiten 840 Euro für alle anderen Ausgaben. Deshalb betrachten Sozialverbände zunehmend das Resteinkommen nach Wohnkosten – wie die wohnkostenbereinigte Armutsquote des Paritätischen.
Für junge Menschen mit niedrigem Einkommen ist dieser Effekt besonders stark: Ein Studierendenhaushalt mit einem Medianeinkommen von unter 963 Euro, der 54 Prozent für Wohnen ausgibt, hat danach weniger als 450 Euro im Monat für Ernährung, Mobilität, Lernmaterial und alles andere.
Quellen & weiterführende Informationen
- Destatis: Themenseite Wohnen – Wohnkosten, Überbelastung, Überbelegung
- Destatis: Studierendenhaushalte geben im Schnitt 54 % des Einkommens für Wohnkosten aus (PM vom 15.07.2026) – EU-SILC 2025
- Eurostat: Housing cost overburden rate
- Deutscher Mieterbund – Mietenreport, Betriebskostenspiegel
- Der Paritätische: Studie belegt – Wohnen macht arm – Sonderauswertung Destatis