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Junge Menschen und Wohnkosten: Belastet wie keine andere Gruppe

Ob Wohnkostenanteil, Überbelastung oder Armut nach Abzug der Miete: Junge Erwachsene schneiden in fast allen Kennzahlen schlechter ab als der Durchschnitt.

Junge Menschen verlassen in Deutschland vergleichsweise früh das Elternhaus. Im Jahr 2025 lag das durchschnittliche Auszugsalter nach Eurostat-Berechnungen bei 24,1 Jahren, deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 26,3 Jahren. Wer früh auszieht, trägt früh die volle Last der Wohnkosten – oft mit geringem Einkommen.

Gleichzeitig zeigt sich, dass ein Job allein den Auszug nicht garantiert: 77 Prozent der 25- bis 34-Jährigen, die 2025 noch bei ihren Eltern lebten, waren erwerbstätig. Hohe Mieten und knappes Angebot verzögern für viele die Selbstständigkeit.

Wohnarmut: Wenn nach der Miete zu wenig bleibt

Klassische Armutsquoten betrachten das Einkommen vor Abzug der Wohnkosten. Der Paritätische Gesamtverband hat auf Basis einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes berechnet, wie viele Menschen nach Abzug von Warmmiete und Strom unter der Armutsgrenze liegen. Junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren gehören zu den am stärksten betroffenen Gruppen.

Wohnkostenbereinigte Armutsquote nach Gruppen
Erwerbslose61,3 %Alleinlebende37,6 %Alleinerziehende36,0 %Junge Erwachsene (18–25)31,0 %Menschen ab 6527,1 %

Quelle: Der Paritätische, „Wohnen macht arm“, Sonderauswertung Destatis · Anteil der Personen, deren Einkommen nach Abzug der Wohnkosten unter der Armutsgrenze liegt.

Zum Vergleich: Nach der herkömmlichen Berechnung lag die Armutsquote der 18- bis unter 25-Jährigen im Jahr 2024 bei 24,8 Prozent (Paritätischer Armutsbericht 2025). Die Differenz zeigt, wie stark gerade bei jungen Menschen die Wohnkosten über die tatsächliche finanzielle Lage entscheiden. Die zweite Wohnarmutsstudie des Verbands vom Dezember 2025 bestätigt den Befund: Bundesweit lag die Wohnarmutsquote demnach bei 22,3 Prozent.

Die Folgen

Hohe Wohnkosten wirken auf viele Lebensbereiche. Sie entscheiden mit, welcher Studienort finanzierbar ist, ob eine Ausbildung in einer teuren Stadt angenommen werden kann, ob ein Jobwechsel in eine Metropole lohnt. Sie verzögern den Aufbau von Rücklagen und erschweren den späteren Erwerb von Wohneigentum. Und sie verschärfen Ungleichheit: Wer auf Unterstützung der Eltern zurückgreifen kann, hat einen erheblichen Vorteil.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Der Paritätische: Studie belegt – Wohnen macht arm – Sonderauswertung Destatis
  2. Der Paritätische: Armutsbericht 2025
  3. Destatis: Themenseite Wohnen – Wohnkosten, Überbelastung, Überbelegung
  4. Eurostat: Housing cost overburden rate

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