Ursachen · Heizkosten

Heizkosten: Die Entspannung ist vorbei

Im Abrechnungsjahr 2025 wurde das Heizen mit Gas und Pellets deutlich teurer. Für 2026 erwartet der Heizspiegel vor allem bei Heizöl einen kräftigen Anstieg.

Heizkosten sind für viele Mieter der am stärksten schwankende Posten ihrer Wohnkosten. Nach einer kurzen Phase der Entspannung haben sie sich laut dem Heizspiegel für Deutschland 2026, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund herausgibt, wieder spürbar verteuert.

Für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus mussten Haushalte mit Gasheizung im Abrechnungsjahr 2025 rund 1.170 Euro aufbringen – 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Am günstigsten heizten Haushalte mit Wärmepumpe: rund 715 Euro.

Heizkosten einer 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus (Euro pro Jahr)
05001.0001.5002.0001.1701.120Erdgas1.0301.275Heizöl1.2951.310Fernwärme715735Wärmepumpe735860HolzpelletsAbrechnungsjahr 2025Prognose 2026

Quelle: co2online, Heizspiegel für Deutschland 2026 (22.09.2026) · Werte für 2026 sind Prognosen.

Heizkosten einer 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus
Energieträger2025VeränderungPrognose 2026VeränderungØ pro m² (2025)
Erdgas1.170 €+14 %1.120 €−4 %16,50 €
Heizöl1.030 €±0 %1.275 €+24 %14,70 €
Fernwärme1.295 €+6 %1.310 €+1 %18,50 €
Wärmepumpe715 €+5 %735 €+3 %10,20 €
Holzpellets735 €+20 %860 €+17 %10,50 €

Quelle: co2online, Heizspiegel 2026. Kosten inkl. Warmwasser je nach Abrechnung.

Große Unterschiede – auch bei gleicher Heizung

Durchschnittswerte verdecken eine enorme Spannbreite. Allein bei Gas reichen die Jahreskosten einer 70-Quadratmeter-Wohnung laut Heizspiegel von rund 705 bis 1.785 Euro. Ausschlaggebend sind Baujahr und Dämmung des Gebäudes, die Effizienz der Anlage, der Energiepreis des Versorgers und das eigene Heizverhalten.

Für Mieter heißt das: Die eigene Abrechnung mit Vergleichswerten abzugleichen, lohnt sich. Liegen die Kosten deutlich über dem Durchschnitt, kann das an einem ineffizienten Gebäude, an einer schlecht eingestellten Heizung – oder an Fehlern in der Abrechnung liegen. Laut co2online können 90 Prozent der Haushalte ihre Heizkosten senken.

Langfristige Perspektive

Nach Einschätzung von co2online drohen vor allem bei fossilen Energieträgern weitere Kostensteigerungen. Gründe sind der steigende CO₂-Preis, höhere Gasnetzentgelte – weil sich die Netzkosten auf immer weniger Kunden verteilen – und die durch das GModG eingeführte Bio-Treppe, die bei neuen fossilen Heizungen wachsende Anteile teurerer biogener Brennstoffe vorschreibt. Für Wärmepumpen und Fernwärme wird ein moderaterer Anstieg erwartet.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. co2online: Heizspiegel für Deutschland 2026 – Abrechnungsjahr 2025, Prognose 2026
  2. co2online: Heizen wird teurer – neuer Heizspiegel (PM vom 22.09.2026)
  3. Deutscher Mieterbund – Mietenreport, Betriebskostenspiegel

Schreibe einen Kommentar